Vermieter-Software 2026: objego, immocloud, Vermieten+ und KlarMiete im ehrlichen Vergleich

Vermieter-Software 2026: objego, immocloud, Vermieten+ und KlarMiete im ehrlichen Vergleich

von Steffen Heidrich

Wer als privater Vermieter im Internet nach Software sucht, landet schnell bei drei Namen: objego, immocloud und Vermietet.de (das jetzt Vermieten+ heißt). Ich baue selbst eine vierte Lösung, KlarMiete, deshalb dieser Vergleich mit Vorbehalt. Ich versuche trotzdem, ehrlich zu sein. Auch wo KlarMiete schwächer ist.

Worum es bei diesem Vergleich nicht geht

Ich werde keine Sterne vergeben und keinen Testsieger küren. Solche Listen gibt es schon hundertfach im Netz, meistens von Vergleichsportalen, die für jede Empfehlung eine Provision bekommen. Was ich stattdessen mache: jede der vier Lösungen aus Sicht des privaten Vermieters einordnen, der im Median 3 Wohnungen verwaltet und fünf Stunden im Monat dafür übrig hat. Wer mehr als 30 Einheiten hat oder Hausverwalter ist, sollte ohnehin bei Immoware24 oder DOMUS schauen. Das ist eine andere Welt.

Die vier Anbieter im kurzen Steckbrief

objego

2020 in Essen gegründet, das vermutlich bekannteste Tool im deutschen Markt für private Vermieter. Solides Standardprodukt, sehr aufgeräumte Oberfläche, gute Anlage-V-Vorbereitung. Modulares Preismodell: Grundfunktionen kostenlos, NK-Abrechnung kostet pro Einheit extra. Wer fünf Einheiten voll abdecken will, landet bei rund 12,70 Euro pro Monat.

Die Schwäche, die in den Reviews immer wieder auftaucht: der Umlageschlüssel ist nach der ersten Auswahl nicht mehr änderbar. Wer feststellt, dass Wasser doch besser nach Verbrauch statt nach Fläche umgelegt werden sollte, muss eine neue Abrechnung anlegen. Das ist genau der Punkt, an dem ich beim Bau von KlarMiete eine andere Entscheidung getroffen habe. Dazu unten mehr.

immocloud

Ebenfalls aus Essen, ebenfalls Cloud, aber positioniert als Premium-Lösung. Sehr modernes Interface, starke Bankanbindung, Mieterportal inklusive. Bekommt von Vergleichsportalen oft die beste Note, ist aber auch deutlich teurer als objego. Genaue Preise variieren je nach Paketwahl, die kostenlose Version ist nur bedingt nutzbar.

immocloud ist das, wofür sich Vermieter entscheiden, wenn sie professionalisieren wollen. Wer drei Wohnungen verwaltet und einmal im Jahr eine NK-Abrechnung macht, wird das meiste davon nicht brauchen.

Vermietet.de (jetzt Vermieten+)

Der Senior unter den dreien, schon 2016 gestartet, seit 2021 mehrheitlich bei Scout24. Das merkt man auch: Vermieten+ ist enger mit ImmoScout24 verzahnt als die Konkurrenz, jede Einheit bekommt automatisch ein kostenloses Basis-Inserat. Wer regelmäßig neu vermietet, kann das nutzen.

Preislich startet Vermieten+ bei 9,90 Euro pro Monat für eine Einheit, jede weitere kostet 0,99 Euro extra. Das addiert sich. Bei 5 Einheiten zahlst Du 13,86 Euro pro Monat, bei 10 sind es schon 18,81 Euro. Die Auszeichnungen, die Vermieten+ bei Test-Portalen bekommt, sind bemerkenswert; auf Trustpilot liegt die Bewertung allerdings bei 1,4 von 5 Sternen. Diese Diskrepanz sollte einen aufhorchen lassen.

KlarMiete

Mein eigenes Produkt, deshalb der ehrlichste und gleichzeitig misstrauisch zu lesende Teil dieses Artikels. KlarMiete ist 2025 entstanden, weil ich als Solo-Entwickler beim Bauen einer eigenen Vermieter-Software die Macken anderer Tools direkt sehen konnte und drei Dinge anders machen wollte: pro Einheit veränderbare Umlageschlüssel, eine KI-Prüfung der NK-Abrechnung vor dem Versand, und ein Mieterportal ohne Login-Pflicht (der Mieter klickt auf einen Link und sieht seine Belege).

Das Free-Tier deckt 2 Einheiten ab und ist dauerhaft kostenlos. Der bezahlte Tarif liegt aktuell bei 9,90 Euro pro Monat für bis zu 10 Einheiten, ohne dass es pro Einheit teurer wird. Was KlarMiete nicht hat: ein eingebautes Wertermittlungs-Modul wie Vermieten+, eine etablierte Marke, oder die Erfahrung von tausenden produktiven Nutzern. Im April 2026 sind 11 Vermieter mit KlarMiete unterwegs, davon zwei mit Abo. Das ist klein, und ich verstecke es nicht.

Was die vier konkret unterscheidet

Die Marketing-Seiten aller Anbieter listen ungefähr dieselben Funktionen auf: Stammdaten, NK-Abrechnung, Anlage V, Bankanbindung, Mieterportal. Erst wenn man darunter schaut, werden die Unterschiede sichtbar. Die folgende Tabelle ist mein ehrlicher Stand vom April 2026; falls einer der Anbieter zwischendurch nachgezogen hat, freue ich mich über Hinweise.

Funktion objego immocloud Vermieten+ KlarMiete
Kostenloser Tarif Ja, eingeschränkt Sehr eingeschränkt Nein Ja, 2 Einheiten
Umlageschlüssel pro Einheit anpassbar Nein Teilweise Teilweise Ja, mit Gültigkeitsdatum
CO2-Aufteilung nach 10-Stufen-Modell Ja Ja Ja Ja, automatisch
Bankanbindung (PSD2) Ja (finAPI) Ja Ja (finAPI) Ja (BANKSapi)
KI-Prüfung der NK-Abrechnung Nein Nein Nein Ja
Mieterportal ohne Login Nein Mit Login Nein Ja, Token-basiert
DATEV-Export für Steuerberater Nein Teilweise Nein Ja
Anbindung ImmoScout24 Nein Nein Ja, eingebaut Nein
Hosting in Deutschland/EU EU (Niederlande) EU EU EU (Frankreich)
Reife / Nutzerzahl Hoch Mittel-Hoch Sehr hoch Klein, im Aufbau

Warum KlarMiete den Umlageschlüssel anders macht

Das ist kein Marketing-Punkt, sondern der Grund, warum ich KlarMiete überhaupt gebaut habe. In den meisten Tools wählst Du beim Anlegen einer Kostenposition den Umlageschlüssel (z. B. Wohnfläche), und der gilt dann für alle Einheiten gleich. Das funktioniert, solange das Mehrfamilienhaus homogen ist.

In der Realität ist es das fast nie. Der eine Mieter hat einen separaten Wasserzähler, der andere nicht. Eine Wohnung wurde mittendrin saniert und hat plötzlich andere Heizflächen. Im Erdgeschoss gibt es eine Gewerbeeinheit, deren Hausmeisterkosten nach einem anderen Schlüssel laufen müssen. Bei objego heißt das: neue Abrechnung. Bei immocloud und Vermieten+ kommt man weiter, aber an Grenzen. KlarMiete erlaubt einen Override pro Einheit, mit Gültigkeitsdatum. Das klingt nach einem Detail. In der Praxis ist es der Unterschied zwischen "ich kann diese Abrechnung sauber machen" und "ich muss in Excel ausweichen".

Wann welche Software passt

Statt eines pauschalen Urteils hier eine ehrliche Empfehlung nach Situation:

Du hast 1 bis 2 Wohnungen und willst nichts zahlen

Schau Dir objego und KlarMiete an. Beide haben einen kostenlosen Tarif, der genug für den Anfang bietet. objego hat den Reifevorteil und ist breiter erprobt. KlarMiete hat den Bonus, dass das kostenlose Tier nicht künstlich verstümmelt ist und 2 Einheiten voll abdeckt, inklusive NK-Abrechnung.

Du verwaltest 3 bis 10 Einheiten und willst alles aus einer Hand

Hier wird es interessant. Vermieten+ punktet mit der ImmoScout24-Anbindung, wenn Du regelmäßig neu vermietest. immocloud ist das, was die meisten Vergleichsportale empfehlen, wenn das Budget keine Rolle spielt. KlarMiete ist die richtige Wahl, wenn Dir der Umlageschlüssel-Override und die KI-Prüfung wichtig sind und Du es nicht stört, dass das Produkt jung ist.

Du hast einen Steuerberater, dem Du Daten sauber übergeben willst

Hier hat KlarMiete einen Vorteil, den ich bewusst eingebaut habe: einen eigenen Steuerberater-Zugang mit DATEV-Export, über den der Berater Deine Daten direkt abrufen kann. Die Konkurrenz exportiert PDFs oder CSVs, die Du dann selbst weiterleitest. Das ist nicht dramatisch, aber unbequem.

Du brauchst Wertermittlung und Mietspiegel-Daten

Dann nimm Vermieten+. Das gehört zu Scout24, und genau diese Datenquellen sind dort eingebaut. KlarMiete hat das nicht und wird es auch nicht so schnell haben.

Du verwaltest mehr als 30 Einheiten oder bist Profi-Hausverwalter

Keiner dieser vier Anbieter ist die richtige Wahl. Schau bei Immoware24 oder DOMUS. Das ist ein anderes Marktsegment.

Was ich an meinem eigenen Produkt heute noch für schwach halte

Ich verspreche keine vollständige Selbstkritik, aber ein paar Punkte sollten transparent sein, bevor jemand sich entscheidet:

  • Reife. KlarMiete ist seit knapp einem Jahr produktiv, mit einer kleinen zweistelligen Zahl an aktiven Vermietern. objego und Vermieten+ haben mehrere Tausend. Wer gerade jetzt einsteigt, ist Early Adopter, und das hat Vor- und Nachteile.
  • Kein integriertes Inseratesystem. Wer regelmäßig neu vermietet, muss die Anzeige bei ImmoScout24 oder Immowelt manuell anlegen.
  • Keine Wertermittlung, kein Mietspiegel-Vergleich. Beides ist auf dem Plan, aber heute nicht im Produkt.
  • Solo-Entwickler-Risiko. Das hier baue ich allein. Wer eine Software mit großem Support-Team und Hotline erwartet, ist bei objego oder Vermieten+ besser aufgehoben. Bei mir landen Fragen direkt in meinem Postfach. Das hat Vor- und Nachteile.

Wie Du am schnellsten herausfindest, was passt

Die schnellste Entscheidungshilfe ist nicht der Vergleichsartikel (auch nicht dieser hier), sondern die eigene NK-Abrechnung. Nimm Deine letzte Abrechnung, lade sie in zwei Tools hoch und versuche sie nachzubauen. Du wirst innerhalb einer Stunde merken, welches Werkzeug Dir liegt.

Bei den drei kostenlosen Optionen ist das ohne Risiko: objegos Free-Tier, Vermieten+ mit 30 Tagen Test, und KlarMiete dauerhaft für 2 Einheiten. Drei Stunden Aufwand, eine fundierte Entscheidung.

Falls Du KlarMiete ausprobieren willst, geht es hier zur kostenlosen Registrierung. Antworten auf Mails kommen direkt von mir, in der Regel am gleichen Tag.

Fazit

Es gibt nicht die eine richtige Vermieter-Software. Es gibt vier solide Optionen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. objego ist die sichere Standardwahl. Vermieten+ die richtige Wahl, wenn Scout24-Anbindung wichtig ist. immocloud die Premium-Wahl. KlarMiete die Wahl für alle, denen Detailkontrolle (Umlageschlüssel, KI-Prüfung, einfaches Mieterportal) wichtiger ist als Reife und Markenname.

Wenn dieser Artikel dabei hilft, zwei oder drei Tools auszuprobieren, hat er seinen Zweck erfüllt. Auch wenn am Ende nicht KlarMiete dabei herauskommt.

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